Die Staatsanwaltschaft des Kantons Genf teilte am Mittwoch zu Informationen der Online-Portale der Zeitungen "20 minutes" und "Tribune de Genève" mit, dass sie in verschiedenen Räumlichkeiten des Genfer Flughafens Hausdurchsuchungen durchgeführt hat. Sie eröffnete zudem ein Strafverfahren wegen Verdachts auf Korruption gegen zwei verdächtige Personen.

Neben dem Chef der Abteilung Sicherheit des Flughafens Genf hat die Finanzbrigade der Genfer Kriminalpolizei auch den Verantwortlichen einer Genfer Sicherheitsfirma festgenommen. Gegen die beiden Personen wird namentlich wegen aktiver und passiver Korruption und wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung im Zusammenhang mit der Vergabe öffentlicher Aufträge durch den Flughafen ermittelt.

Verfahren gegen Unbekannt

Weiter hat die Genfer Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Unbekannt eröffnet, wie sie mitteilte. Dabei geht es um mögliche Funktionsstörungen bei den Sicherheitsabteilungen des Genfer Flughafens, welche 2018 durch den Genfer Rechnungshof festgestellt worden war.

Die beiden festgenommenen Personen wurden am Mittwoch von der Finanzbrigade angehört. Für sie gilt die Unschuldsvermutung. Die Genfer Staatsanwaltschaft war im Februar durch die Finanzbrigade wegen möglicher Korruptionshandlungen im Umfeld des Genfer Flughafens alarmiert worden. Das Verfahren wird vom ersten Staatsanwalt Yves Bertossa geleitet.