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Sinkende Werbeeinnahmen: Ringier baut 35 Stellen ab und stellt Magazin «Style» ein

In den Redaktionen von Ringier fallen 35 Stellen weg. Zudem wird das Magazin «Style» eingestellt. (Symbolbild)

In den Redaktionen von Ringier fallen 35 Stellen weg. Zudem wird das Magazin «Style» eingestellt. (Symbolbild)

Das Verlagshaus Ringier muss sparen: Wegen sinkender Werbeeinnahmen und der Coronakrise fallen 35 Stellen weg. Das Magazin «Style» wird Ende August eingestellt. Gewerkschafter warnen vor falscher Medienförderung.

(gb.) Die Coronakrise hat den Abwärtstrend bei den Werbeeinnahmen des Verlagshauses Ringier schmerzlich beschleunigt. Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilt, sind vor allem das Mode- und Lifestyle-Magazin «Style» sowie die Schweizer Illustrierte betroffen. Bei «Style» hätten sich die Werbeeinnahmen in den letzten vier Jahren halbiert, schreibt Ringier.

Ringier sieht deshalb keine Zukunft für das Magazin: Die Redaktion von «Style» wird aufgelöst, das Magazin erscheint voraussichtlich am 20. August zum letzten Mal. Bei der «Schweizer Illustrierten» werden die Print- und Online-Redaktion zusammengelegt und verkleinert. Insgesamt werden dadurch voraussichtlich 35 Stellen abgebaut.

Die Entscheide haben auch Auswirkungen auf das Mode- und Kulturmagazin «Bolero», welches jeweils von der «Style»-Redaktion erstellt wurde und als Beilage der «Handelszeitung» und der «Bilanz» erscheint. «Bolero» soll in Zukunft extern produziert werden. Wo, sagt Ringier am Dienstag noch nicht.

Kündigungen trotz Kurzarbeit – Gewerkschaft warnt

Die Mediengewerkschaft Syndicom und der Journalistenverband Impressum bedauern die Entlassungen und fordern in Mitteilungen einen Sozialplan. Dafür stünden die Zeichen allerdings gut, schreibt Syndicom. Denn Ringier sei frühzeitig auf die Personalvertretungen zugegangen. Impressum will das Medienhaus beim Wort nehmen, dass der Sozialplan über die gesetzlichen Vorgaben hinaus gehen solle.

Dass Ringier nun trotz öffentlichen Geldern für Kurzarbeit Leute entlässt, zeigt gemäss Syndicom Verbesserungspotenzial auf. Nicht zuletzt auch bei der Medienförderung: «Wenn der Bund Medienkonzerne, wie geplant, ohne Leitplanken mit öffentlichen Geldern unterstützt», schreibt die Mediengewerkschaft in ihrer Mitteilung weiter, «fliesst dieses Geld vor allem in Unternehmensgewinne und Dividenden».

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