Internes Memo
Startschwierigkeiten: Belair muss ihr Comeback verschieben

Der deutsche Käufer der Schweizer Air-Berlin-Tochter kämpft mit groben Startschwierigkeiten.

Benjamin Weinmann
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Ein Bild aus alten Tagen: Die Belair hebt definitiv nicht mehr ab. Key

Ein Bild aus alten Tagen: Die Belair hebt definitiv nicht mehr ab. Key

KEYSTONE

Anfang Jahr kam wieder Hoffnung auf. Die deutsche Beteiligungsfirma SBC gab bekannt, die Belair, eine Tochter der konkursiten Air Berlin, zu kaufen und mit ihr den Betrieb wieder aufnehmen zu wollen. Doch ob und wann das Comeback tatsächlich gelingt, scheint unklar. Der «Nordwestschweiz» liegt ein internes Memo der Belair-Führung an das Personal vor. Darin ist von etlichen Baustellen die Rede.

«Was den Restart per 27. 4. 2018 angeht, so war das wohl doch etwas zu ambitiös», heisst es darin. Einerseits habe es personelle Veränderungen gegeben, andererseits müssen nun Dienstleistungen, die bisher von Air Berlin erbracht wurden, anderweitig eingekauft werden. Die dadurch entstehenden Änderungen in den Arbeitsabläufen müssen vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) genehmigt werden, «und dies ist bis zum 27. 4. 2018 nicht möglich.» Als neuer Termin zur Wiederaufnahme des Flugbetriebs wird nun der Juni oder Juli in Aussicht gestellt.

Ausserdem habe man «aus verschiedenen Gründen» entschieden, die IT völlig neu aufzubauen. Das interne Firmenportal steht deshalb im Februar den verbliebenen Angestellten nicht zur Verfügung. Auch Grippe-Viren machen der Belair-Führung einen Strich durch die Rechnung. So habe der Restart zuletzt einige Tage ruhen müssen, «da eine sehr starke Grippe nicht nur das Übernahmeteam ans Bett gebunden hat, sondern auch einige andere Beteiligte, die am Restart kräftig mitarbeiten.»

Dezember-Löhne ausbezahlt

Immerhin: Die ausgebliebenen Dezember-Löhne, auf die viele Angestellte warteten, seien ausgezahlt worden, auch wenn es dabei einige Schwierigkeiten aufseiten von Air Berlin zu überwinden gab, wie es im Memo heisst. Auch die wenigen ausstehenden Januarlöhne habe man pünktlich bezahlen können.

Vom Bazl braucht die neue BelairEigentümerin SBC in erster Linie eine Betriebsbewilligung und ein sogenanntes AOC, um Start- und Landerechte beantragen zu können. Die besten Flugslots für den Sommer dürften hingegen bereits vergeben sein. Auch muss SBC dem Bazl beweisen, dass man finanziell in der Lage ist, die Airline längerfristig betreiben zu können. Und nicht zuletzt sind die deutschen Investoren gezwungen, das nötige Personal anzuwerben, da viele Flight Attendants und Piloten inzwischen anderswo angeheuert haben.

Über andere Finanzengagements gibt SBC, die auf Sanierungen und Restrukturierungen spezialisiert ist, auf ihrer Website keine Auskunft. Für eine Stellungnahme war die Firma mit Sitz in Düsseldorf nicht erreichbar.

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