Güterverkehr

Strasse und Schiene: Miteinander, nicht gegeneinander

SBB und ASTAG fordern bessere Rahmenbedingungen für Güterverkehr

SBB und ASTAG fordern bessere Rahmenbedingungen für Güterverkehr

Mehrfacher Händedruck auf dem Wolf, von links: SBB-Cargo-Leiter Nicolas Perrin, Astag-Vize Josef Jäger, SBB-CEO Andreas Meyer und Astag-Zentralpräsident Adrian Amstutz.

Die SBB und der Nutzfahrzeugverband Astag habe am Freitag auf dem Basler Güterbahnhof Wolf ein gemeinsames Positionspapier unterzeichnet. Bahn und Strassentransport müssten noch viel besser verzahnt werden.

Noch immer geistere in den Köpfen die Idee umher, dass Strasse und Schiene Gegensätze seien. «Das ist nicht der Fall», sagte SBB-CEO Andreas Meyer an eine Medienveranstaltung auf dem Güterbahnhof Wolf in Basel.

In der Praxis arbeiten die beiden Verkehrsträger gut zusammen. «Es klappet geng besser», sagte auch Adrian Amstutz, Zentralpräsident des Nutzfahrzeugverbandes Astag. Jetzt gelte es aber, Lösungen für die Probleme der Zukunft zu finden. Denn bis 2040 werde der Personenverkehr in der Schweiz um 45 Prozent zulegen, der Gütertransport 35 Prozent – dies, obwohl SBB Cargo im vergangenen Jahr im Schweizer Binnenverkehr einen Volumeneinbruch hatte.

Der Bahnverkehr habe seine Vorteile bei längeren Transporten, der Strassenverkehr bei regionalen Zustellungen. Nur gemeinsam könnten den Kunden daher massgeschneiderte Lösungen für ihre Lieferkette angeboten werden.

Konkret verlangen SBB und Astag im Positionspapier von der Politik eine stärkere Förderung des kombinierten Verkehrs, keine einseitigen Verschärfungen zulasten einzelner Verkehrsträger sowie einen gezielten Ausbau der Verkehrsinfrastruktur für Schiene und Strasse. Dafür sei auch eine «Gesamtschau» nötig. Auch Terminalkapazitäten müssten ausgebaut werden, etwa «Basel Nord» beim Rheinhafen.

Im Positionspapier wird zudem die Beibehaltung des Kabotageverbots, das sind kommerzielle Fahrten von ausländischen Unternehmen innerhalb der Schweiz, gefordert. Dieses Verbot müsse auch strikt durchgesetzt werden. Ungleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber der internationalen Konkurrenz würden die Handlungsfähigkeit der Schweizer Logistiker einschränken. Ausländische Fahrer hätten zum Teil Monatslöhne von 500 Euro.

Für einen zukunftsfähigen Güterverkehr in der Schweiz setzten beide Partner grosse unternehmerische Anstrengungen um. SBB Cargo arbeite zur Zeit an mehreren Innovationsprojekten, um ihr Geschäft weiter zu entwickeln, so beispielsweise an «intelligenten» Güterwagen oder der automatischen Kupplung, um die Produktion ins digitale Zeitalter zu führen.

Die Astag bzw. deren 6000 Transportunternehmungen steigerten dank innerbetrieblichen Optimierungen (z.B. Planung, Disposition) die Effizienz im Strassentransport laufend. «Nebst den unternehmerischen Ansätzen sind aber auch möglichst optimale Rahmenbedingungen notwendig. Gerade unzureichende Infrastrukturangebote und ungleiche Wettbewerbsbedingungen gegenüber der internationalen Konkurrenz schränken die Handlungsfähigkeit der Schweizer Logistiker ein», ergänzt Nicolas Perrin, Leiter von SBB Cargo.

SBB Cargo und die Astag fordern deshalb gemeinsam Verbesserungen. Die Ko-Modalität müsse beispielsweise weiter ausgebaut werden und die Rahmenbedingungen müssten fair und stabil sein. Es darf keine einseitigen Vorschriften zulasten einzelner Verkehrsträger geben.

Stünden jetzt SBB-Cargo-Konkurrenten wie Crossrail, BLS oder Coop, die eigene Züge betreibt, aussen vor? Nein, sagt Meyer. «Die in diesem Positionspapier dargelegten Forderungen sollen allen in der Branche  zugutekommen. Es ist kein kommerzielles Abkommen zwischen Astag und SBB Cargo.»

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Autor

Stefan Schuppli

Stefan Schuppli

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