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Surfen im Ausland wird günstiger – aber Achtung

Wer schlau ist, spart beim Surfen in der Hängematte unter den Palmen.Thinkstock

Wer schlau ist, spart beim Surfen in der Hängematte unter den Palmen.Thinkstock

Mit Datenpaketen lässt sich im Ausland günstig surfen – bei den Tarifen gibt es aber grosse Unterschiede. Der Vergleich zeigt: Wer vor den Ferien das richtige Datenpaket kauft, fährt bis zu 20-mal günstiger als mit dem Standardtarif.

Das Smartphone ist immer dabei – auch in den Ferien. Im Ausland. Deutlich häufiger und vor allem mehr als noch vor wenigen Jahren wird in den Ferien im Ausland gesurft. Damit die Rechnung nach den Ferien nicht allzu salzig wird, ist die Wahl des passenden Datenpakets schon vor der Reise wichtig.

Denn, wie die Übersicht der Roaming-Optionen der Schweizer Telekomanbieter vom Vergleichsdienst Verivox zeigt: Wer vor den Ferien das richtige Datenpaket kauft, fährt bis zu 20-mal günstiger als mit dem Standardtarif.

Die Datenpakete im Vergleich

Wer ohne Datenpaket im EU-Ausland drauflos surft, Fotos auf Facebook lädt, per Whatsapp Nachrichten verschickt, bezahlt bei der Swisscom für 400 Megabyte (MB) schnell mal 180 Franken. Eine stattliche Summe.

Und es geht noch teurer. Bei Sunrise kann das Surfen im Ausland ohne Roaming-Option bis zu 400, bei Salt gar bis zu 800 Franken kosten. Deshalb bieten die Telekomanbieter für Kunden mit Abonnements oder Prepaid-Karten zeitlich begrenzte Datenpakete an, damit das Internet auch im Ausland günstig genutzt werden kann.

Die Datenpakete von mindestens 50 MB bis maximal 2 GB der Schweizer Anbieter sind während 30 Tagen gültig. Ist die gebuchte Datenmenge nicht aufgebraucht, verfällt sie nach Ablauf der Zeit. Bei Swisscom und Sunrise können diese Datenmengen über den Internetbrowser im sogenannten Cockpit der Anbieter gelöst werden. Der kostenlose Zugang zum Cockpit, auch im Ausland, bietet dem Kunden Vorteile.

Bei Bedarf kann jederzeit ein weiteres Datenpaket dazugekauft werden. Salt sticht im Vergleich durch deutlich kompliziertere Vorgänge und teurere Preise für Datenpakete ins Auge. Salt-Abonnenten müssen zuerst eine Roaming-Option per Telefon oder SMS buchen, bevor sie ein Datenpaket fürs Ausland hinzufügen können.

Ähnlich läufts bei der Telefonie. Der Kunde bezahlt für das Roaming 6 Franken, zuzüglich einer Grundgebühr von 5 Franken. Vergisst der Kunde nach den Ferien die Option zu deaktivieren, bezahlt er Salt die Roaminggebühr monatlich weiter.

Transparenz erhöhen

Ralf Beyeler, Telekommunikationsexperte bei Verivox, sagt: «Es wäre kundenfreundlich, wenn das enthaltene Datenvolumen für das Roaming analog zur Swisscom zur Verfügung stehen würde.» Die vergleichsweise günstigen Preise von Swisscom hätten aber einen Grund: «Die Swisscom fürchtet, dass die Roamingtarife vom Staat reguliert werden.» Deshalb seien in den letzten vier Jahren die Tarife für Telefonie, SMS und Daten im EU-Raum deutlich gesunken. So kostete ein Datenpaket mit 200 MB bei Swisscom vor drei Jahren doppelt so viel wie heute.

Ein direkter Vergleich zu Salt, damals noch Orange, und Sunrise ist für das Jahr 2013 nicht möglich. Sunrise hatte noch gar keine Datenpakete im Angebot und Salt verkaufte lediglich ein Gesamtpakt mit Gesprächsminuten und SMS. Auffallend ist, dass Salt als einziger Anbieter in den vergangenen zwei Jahren die Preise auf den Datenpaketen nicht senkte. Bei Sunrise verringerten sich die Preise fürs Surfen in der EU um mehr als 30 Prozent.

Für Stefan Meierhans, Preisüberwacher der Schweiz, ist klar, dass der Wettbewerb für die Roamingdienste der Telekomanbieter nicht richtig funktioniert. Diese Dienstleistung sei beim Abonnementsabschluss nicht ausschlaggebend. «Man sollte dafür sorgen, dass Roamingverträge separat abgeschlossen und gekauft werden können, ohne dass man dafür die Nummer zu ändern hat», sagt Meierhans.

Eine sekundengenaue Abrechnung der Anrufe und bytegenaue Aufzeichnung des Datentransfers könnte die Transparenz für den Abonnenten erhöhen und damit die Kosten für Roaming-Optionen senken.

Der Blick ins Ausland

Die hiesigen Anbieter sind deutlich teurer als EU-Telekomanbieter. So bezahlt ein Deutscher, der von Mallorca nach Hause anruft, maximal fünf Cent mehr pro Minute, wie wenn er innerhalb von Deutschland telefoniert. Bei den SMS beträgt der EU-Roamingtarif maximal zwei zusätzliche Cents.

Ab nächsten Sommer entfallen diese Tarife sogar komplett. Die EU ist darum bemüht, ein System zu entwickeln, damit in allen EU-Ländern unabhängig vom Anbieter die gleichen Kosten für Telefonie und SMS anfallen. Die Gefahr dabei: Kunden wandern von teureren Telekomanbietern in Länder mit günstigeren Angeboten ab.

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