Pünktlichkeit

Swiss setzt im Kampf gegen Verspätungen auf «Kümmerer»

Warteschlangen vor den Check-In Schaltern beim  Ferienstart auf dem Flughafen Zürich.

Warteschlangen vor den Check-In Schaltern beim Ferienstart auf dem Flughafen Zürich.

Die Airline testet ein neues Konzept für pünktlichere Flüge.

Die Swiss kämpft in Zürich mit hohen Verspätungszahlen. Die anvisierte Quote von 80 Prozent an rechtzeitig ab- und anfliegenden Flugzeugen liegt in weiter Ferne. Und angesichts des starken Passagierwachstum und regelmässigen Streiks in Europa wird die angestrebte Quote auch diesen Sommer nicht erreicht.

Dennoch versucht die Swiss, ihre Pünktlichkeitsbilanz zu verbessern. Vergangenen Herbst gab Airline-Chef Thomas Klühr gegenüber dieser Zeitung bekannt, dass intern das Projekt «Precise» lanciert wurde, um mit diversen Massnahmen die Pünktlichkeit zu verbessern. Dazu gehören unter anderem mehr Flugzeug- und Crew-Reserven und vorausschauende Analysen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz. Insgesamt ist von über 40 einzelnen Massnahmen die Rede.

Jede Minute kann entscheidend sein

Auch die Mutterairline Lufthansa will ein Déjà-vu verhindert und hat das Projekt «Operations Performance» lanciert, das auf drei Jahre angelegt ist. Laut dem deutschen Branchenportal Airliners.de gehört dazu neuerdings auch der Einsatz von so genannten «Kümmerern». Sie kommen bei kritischen Flügen zum Einsatz und werden zum Gate geschickt, um den beteiligten Angestellten unter die Arme zu greifen. Als kritisch gilt ein Flug, wenn er viele Umsteigepassagiere hat, die ihre Anschlussflüge erwischen müssen, und wenn dieser in der «Rush Hour» landet, wenn besonders viel Verkehr herrscht.

Eine Swiss-Sprecherin bestätigt, dass diese zusätzlichen «Kümmerer» auch in Zürich zum Einsatz kommen. Sie spricht von einem so genannten Turnaround-Manager, der von Juli bis September zu Testzwecken im Einsatz ist, um bei verspäteten Flügen die Abfertigung zu begleiten. Für ein erstes Fazit sei es aber noch zu früh.

Laut dem Branchenportal setzt die Lufthansa zudem beim Boarding an. So dauere es im Schnitt rund drei Minuten, bis nach der Boarding-Freigabe des Piloten die ersten Passagiere ins Flugzeug einsteigen. Um das zu verhindern, wird nun das Boarding zu festen Zeiten gestartet, ausser wenn die Maschine noch nicht bereit ist. Dann kann der Captain die Boardingzeit verschieben.

Denn beim Boarding kann eine einzelne Minute entscheidend sein, ob der Flug rechtzeitig abheben kann – oder auf den nächsten Slot warten muss, der möglicherweise deutlich später verfügbar ist. Bei der Swiss wird derzeit laut der Sprecherin evaluiert, inwiefern ein frühzeitigeres Boarding möglich wäre. Wie «20 Minuten» kürzlich berichtete, ist auch das so genannte «Wilma»-Boarding-System bei der Swiss geplant. Dabei würden Passagiere mit Fensterplatz das Flugzeug zuerst betreten, Passagiere mit einem Gangplatz als letzte. Ein Zeitpunkt für die Tests steht derzeit laut Swiss aber noch nicht fest.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1