USA

Trump-Regierung kassiert Energieeffizienzgesetz für Glühbirnen

In den USA sollen auch die traditionellen Glühbirnen weiterhin erlaubt sein. (Symbolbild)

In den USA sollen auch die traditionellen Glühbirnen weiterhin erlaubt sein. (Symbolbild)

Die Tage der Glühbirne waren eigentlich auch in den USA schon gezählt: Bis Anfang 2020 sollten die traditionellen Lampen mit dem Glühfaden strengere Effizienzvorschriften erfüllen - doch dieses Gesetz hat die US-Regierung von Präsident Donald Trump nun aufgehoben.

Das Energieministerium erklärte am Mittwoch, so sei sichergestellt, "dass auch weiterhin das amerikanische Volk die Wahl der Beleuchtung in Haushalten und Unternehmen hat - und nicht die Regierung".

Die Regierung von Trumps Vorgänger Barack Obama hatte noch an seinem letzten Tag im Amt verfügt, dass ab 2020 etwa auch kerzenförmige Glühlampen für Kronleuchter und kugelrunde Glühlampen, die in vielen Badezimmern brennen, unter das Energieeffizienzgesetz fallen.

Glühbirnen, 1878 von Thomas Edison erfunden, nutzen nur rund zehn Prozent des Stroms für Licht - der Rest geht als Wärme verloren. Ihr Verkauf geht in den USA seit 2007 zurück, als unter der Regierung unter George W. Bush ein Energieeffizienzgesetz in Kraft trat, das schrittweise höhere Ziele vorschrieb.

Die meistverkauften Lampen in den USA sind mittlerweile Halogenlampen und Leuchtdioden (LED). Diese sind zwar teurer als Glühlampen, verbrauchen dafür aber deutlich weniger Energie und halten auch länger.

Umweltschützer empört

Der Branchenverband National Electrical Manufacturers Association begrüsste am Mittwoch die neue Anordnung aus dem Energieministerium. Umweltschutzgruppen nannten die Aufhebung dagegen illegal - das Ministerium dürfe einmal verabschiedete Standards nicht einfach wieder kassieren.

Die Aufhebung des Glühbirnen-Verbots werde zu "höheren Stromrechnungen für Haushalte und Unternehmen führen", dazu zu "mehr gesundheitsgefährdender Umweltverschmutzung wegen des zusätzlichen Stroms, der nun gebraucht wird", erklärte Noah Horowitz vom Rat zur Verteidigung natürlicher Ressourcen. 37 Stromversorger mit insgesamt 55 Millionen Kunden hätten sich dagegen ausgesprochen, und nur fünf Versorger dafür.

Unterstützung sei zudem von "den paar Leuten gekommen, die gegen jede Regulierung sind", sagte Horowitz weiter. Der Grund sei vielleicht, "dass sie mehr Geld mit Glühbirnen machen, die alle ein, zwei Jahre kaputtgehen, als mit langlebigen energieeffizienten Lampen".

Schweiz bereits mehrere Schritte weiter

In der Schweiz verschwinden aus Umweltschutzgründen verschiedene Leuchtmittel seit 2009 jeweils ab Anfang September schrittweise vom Markt. Damals machte eine EU-Richtlinie den starken Glühbirnen den Garaus. Später folgten schrittweise bis 2012 die schwächeren. Ab September 2016 traf der Bann die Hochvolt-Halogenlampe, die seit Anfang dieses Monats nicht mehr verkauft werden dürfen.

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