Volatile Märkte verhageln Obwaldner Kantonalbank das Ergebnis

Die Obwaldner Kantonalbank hat letztes Jahr etwas weniger verdient. Dies vor allem wegen der negativen Kursentwicklungen an den Börsen. Das Zinsengeschäft als klar wichtigster Ertragspfeiler entwickelte sich hingegen positiv. Die Dividende bleibt unverändert.

Raphael Bühlmann
Drucken
Teilen
CEO Bruno Thürig (links) und der Präsident des Bankrats der Obwaldner KB, Daniel Dillier, an der Medienkonferenz in Sarnen. (Bild: Jakob Ineichen, 19. Februar 2019)

CEO Bruno Thürig (links) und der Präsident des Bankrats der Obwaldner KB, Daniel Dillier, an der Medienkonferenz in Sarnen. (Bild: Jakob Ineichen, 19. Februar 2019)

«Besonders das operative Geschäft ist erfreulich verlaufen.» Bereits die ersten Worte des OKB-Bankratspräsidenten Daniel Dillier an der gestrigen Präsentation der Geschäftszahlen liessen erahnen, dass das Ergebnis der Obwaldner Kantonalbank heuer wohl etwas «differenzierter» zu betrachten ist. Denn beim Abschluss 2018 besonders ins Gewicht gefallen seien die Entwicklungen an den Aktienmärkten.

«Aufgrund neuer Vorschriften seitens der Finanzmarktaufsicht müssen wir mehr liquide Mittel ausweisen», sagte OKB-Direktor Bruno Thürig in Sarnen. Und aufgrund der negativen Kursentwicklungen musste die Bank deutliche Bewertungsverluste auf den entsprechenden Positionen hinnehmen. Ohne die Bewertungsverluste per 31. Dezember wäre das Ergebnis um über 3 Millionen Franken höher ausgefallen. Damit sei der gegenüber Vorjahr um 11,5 Prozent ­tiefere Geschäftserfolg als aus­serordentlich zu betrachten. Das negative Ergebnis täuscht tatsächlich darüber hinweg, dass die OKB 2018 eigentlich gut gearbeitet hat.

Robuste Entwicklung der Obwaldner Wirtschaft

Der Netto-Erfolg im Zinsengeschäft lag mit 48,12 Millionen um 3 Prozent höher als im Vorjahr, die Bilanzsumme nähert sich der 5-Milliarden-Grenze, und auch die Kundenausleihungen stiegen um 2,8 Prozent oder um netto 96 Millionen Franken an – darin enthalten sind 300 Millionen Neuausleihungen. Und auch der Anteil der Kundengelder habe zwar mit einem Plus von 50 Millionen Franken nicht mehr so stark zulegen können wie im Vorjahr – «dennoch zeugt das Wachstum noch immer vom Vertrauen, das uns entgegengebracht wird», sagte OKB-CEO Thürig. Ein Vertrauen, dass man sich in Sarnen für die Zukunft bewahren will. Trotz bedeutenden Investitionen in die Digitalisierung wolle die OKB nicht weniger auf die persönliche Beratung setzen. So würden einerseits immer mehr Bankgeschäfte online erledigt. Andererseits investiere man weiter in das Filialnetz. Nachdem man die Standorte Lungern, Giswil und letztes Jahr Alpnach erneuert habe, werde dieses Jahr Kerns und dann Engelberg, Sachseln und schliesslich Sarnen folgen. «Die Beratung ist heute wichtiger», sagt Thürig dazu.

Und die Aufgaben der Mitarbeitenden hätten sich vom Schalterservice hin zur umfassenden Beratung verschoben. Der Personalaufwand hätte deswegen nicht abgenommen. Im Ausblick ortet die OKB-Spitze weiterhin Unsicherheiten in den Aktienmärkten als Herausforderung. Dem gegenüber stehe eine robuste Obwaldner Wirtschaft. Bruno Thürig nennt eine dynamische Konsumentwicklung, eine solide Nachfrage für die Exportfirmen oder die guten Ergebnisse in der Tourismusbranche als Beispiele für die positive Entwicklung, die ebenfalls das OKB-Geschäftsergebnis stützte. Auch deshalb belässt man die Dividende pro Partizipationsschein bei unveränderten 34 Prozent auf dem Nominalwert. Damit erhält der Kanton Obwalden, mit einem Anteil von 79 Prozent, erneut fast 10 Millionen – 7,48 Millionen als Gewinnausschüttung und 2,34 Millionen Franken für die Abgeltung der Staatsgarantie.

Aktuelle Nachrichten