Prävention

Warum ein Autoversicherer den Kunden die Taxifahrt bezahlt

Der Raser-Unfall von Schönenwerd 2008. Bilder wie diese soll es nicht mehr geben.

Der Raser-Unfall von Schönenwerd 2008. Bilder wie diese soll es nicht mehr geben.

Junge Männer machen am Wochenende mit ihren Autos die Schweizer Strassen unsicher. Dieser zustand ist zur Realität geworden. Nun will aber ein Versicherer diesem Treiben mit einer Präventionskampagne ein Ende setzen.

Der folgenschwere Autounfall des Schweizer Eishockeyspielers Kevin Lötscher hat die Schweiz aufgerüttelt (az berichtete). Im Zuge dieses Schicksalsschlags rückt der Präventionsgedanke wieder in den Fokus - auch beim Versicherer Axa Winterthur. Dieser versucht nun die Autounfälle unter Alkoholeinfluss mit Hilfe einer Kampagne einzudämmen.

Versicherung zahlt 120 Franken

Lassen Axa-Versicherte nach der Wochenendparty ihr Gefährt stehen und lassen sich mit dem Taxi nach Hause chauffieren, erstattet die Assekuranz ihren Kunden maximal drei Taxifahrten à 40 Franken zurück. Allerdings können die Autofahrer nur von diesem Angebot profitieren, wenn sie sich vorher eine Blackbox in das Fahrzeug einbauen lassen. Der Einbau wird von der Axa finanziert.

Wie viele Kunden dieses Angebot in Anspruch genommen haben, will der Marktführer im Bereich der Motorfahrzeugversicherungen nicht verraten. «Es ist aber erfreulich zu sehen, das wir unsere Kunden mit der Botschaft erreichen». Auch wie viel Geld der Versicherer mit dieser Marketing-Aktion einspart, war nicht in Erfahrung zu bringen. «Im Vordergrund steht die Prävention. Wir wollen Lenker, die nicht mehr fahrtüchtig sind, von der aktiven Teilnahme im Strassenverkehr wegholen».

Die Axa-Versicherung weist in diesem Zusammenhang daraufhin, dass an Wochenenden jeder vierte tödliche Verkehrsunfall auf Alkohol zurückzuführen sei. Somit würde sich die Kampagne mit jedem verhinderten Unfall auszahlen. «Als Marktführer in der Motorfahrzeugversicherung haben wir auch eine gesellschaftliche Verantwortung in diesem Bereich, die wir wahrnehmen wollen».

25000 mit Black-Box

Es ist nicht das erste Mal, dass die Axa eine Präventionsoffensive lanciert. Nach dem tödlichen Raser-Unfall bei Schönenwerd forcierte die Autoversicherung im Jahr 2008 bei ihren Kunden den Einbau von Crash-Recordern. So erhielten Kunden unter 25 Jahren beim freiwilligen Einbau einer Black Box einen Prämienrabatt von 15 Prozent.

Dieses Angebot führte laut Axa dazu, dass insgesamt 25000 Lenker in allen Altersgruppen dieses Angebot in Anspruch genommen hätten. Damit nicht genug: Bei Junglenkern mit einer im Fahrzeug installierten Blackbox hätten sich die Unfälle im Vergleich mit Lenkern ohne Blackbox um 15 Prozent reduziert. «Dies hat eine statistische Auswertung der Versicherungsgesellschaft ergeben».

Die Stiftung für Strassenopfer Road Cross begrüsst derweil die Kampagne der Axa. «Die Aktion bietet einen finanziellen Anreiz sich drei- oder viermal nicht betrunken ans Steuer zu setzen. Das verhindert möglicherweise einen folgenschweren Unfall». Das Angebot wird laut RoadCross jedoch gefährliche und rücksichtslose Autofahrer kaum erreichen. Der Grund: «Leute, die sich freiwillig eine Black Box einbauen lassen, sind schon stark für das Thema Verkehrssicherheit sensibilisiert.» (muv)

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