Wirtschaft

Wegen Coronakrise: Anfälligen Kantonen droht Wirtschaftseinbruch von 10 Prozent

Der Kanton Basel-Stadt mit seinen Pharma- und Grossunternehmen dürfte die Krise am besten überstehen.

Der Kanton Basel-Stadt mit seinen Pharma- und Grossunternehmen dürfte die Krise am besten überstehen.

Ökonomen der UBS zeigen in einer neuen Studie die Auswirkungen der Coronakrise auf die Kantone. Basel-Stadt ist dabei besonders krisenresistent, während das Tessin und Graubünden länger für die Erholung brauchen werden.

(agl) Die Coronakrise hat nicht alle Schweizer Kantone mit der gleichen Wucht getroffen. Die UBS veröffentlichte am Montag eine Analyse, die zeigt, dass auch die wirtschaftlichen Auswirkungen unterschiedlich sind. Besonders stark betroffene Kantone müssten gemäss der Mitteilung mit einem Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 7,5 bis 10 Prozent rechnen. In den am wenigsten betroffenen Kantonen dürfte sich der Rückgang derweil auf 2,5 Prozent beschränken.

Einerseits betrachtete die UBS für ihre Analyse die Branchen- und Unternehmensstruktur. Kantone mit vielen kleinen Unternehmen sowie stark betroffenen Branchen wie dem Tourismus oder der Uhrenindustrie litten demnach stärker unter der Krise. Unter dieser Ausgangslage gehören die Kantone Jura und Solothurn, aber auch das Wallis, das Tessin und Graubünden zu den besonders krisenanfälligen Kantonen. Auf der anderen Seite stehen Zürich und Basel mit der Finanz- und Pharmabranche sowie vielen Grossunternehmen.

Kleine Kantone weniger von der Krise betroffen

In einem zweiten Schritt betrachteten die Ökonomen die wirtschaftliche Entwicklung in der Coronakrise, unter anderem anhand der Faktoren Arbeitslosigkeit und Kreditkartenumsätze. Die Daten zeigen die stärkste Betroffenheit in den Kantonen Schaffhausen und Tessin, aber auch in Graubünden und den Westschweizer Kantonen Jura, Freiburg und Waadt. Am wenigsten traf die Corona-Krise die kleinen Kantone Appenzell Innerrhoden, Uri und Obwalden sowie Basel-Stadt.

Basel-Stadt hat gemäss dem Bericht damit insgesamt die besten Voraussetzungen, um die Krise «relativ unbeschadet zu meistern». Länger für die Erholung brauchen werden das Wallis, Graubünden, das Tessin und Schaffhausen. Grosse Unterschiede zwischen den Branchen-Voraussetzungen und der wirtschaftlichen Entwicklung gibt es beispielsweise in den Kantonen Zürich und Genf. «Trotz guter Wirtschaftsstruktur macht sich die Rezession dort relativ deutlich bemerkbar», heisst es im Bericht. Besser als zu erwarten lief es in den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Schwyz.

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