Coronavirus

Weltbank stellt Soforthilfe im Kampf gegen Coronavirus bereit

Südkoreanische Arbeiter sprühen Desinfektionsmittel in den Strassen von Gwangju. Die Weltbank stellt Soforthilfe im Kampf gegen das sich rasch ausbreitende Coronavirus bereit. (Foto: Shin Dae-hee/AP Keystone-SDA)

Südkoreanische Arbeiter sprühen Desinfektionsmittel in den Strassen von Gwangju. Die Weltbank stellt Soforthilfe im Kampf gegen das sich rasch ausbreitende Coronavirus bereit. (Foto: Shin Dae-hee/AP Keystone-SDA)

Die Weltbank hat Soforthilfen in Höhe von zwölf Milliarden Dollar im Kampf gegen die Coronavirus-Epidemie angekündigt.

Damit sollten Staaten bei der Bewältigung der medizinischen und wirtschaftlichen Folgen des Ausbruchs unterstützt werden, sagte Weltbank-Präsident David Malpass.

Es gebe noch viele Unbekannte im Zusammenhang mit dem Virus, möglicherweise werde noch viel mehr Hilfe benötigt. Malpass rief am Dienstag die Länder dazu auf, sich auf regionaler und internationaler Ebene bei ihren Bemühungen abzusprechen.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte derweil vor den weltweiten Konsequenzen von Hamsterkäufen. Überall werde Schutzausrüstung knapp, auch die Lagerbestände seiner Organisation gingen zu Ende, sagte Tedros.

Wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus beschlagnahmt der französische Staat sämtliche Bestände an Atemschutzmasken. Nach Twitter-Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sollen die beschlagnahmten Masken an das Gesundheitspersonal und mit dem Virus infizierte Franzosen verteilt werden. Die Regierung will damit weitere Hamsterkäufe verhindern.

In vielen Apotheken sind Schutzmasken derzeit ausverkauft. Manche Verkäufer bieten sie zu Höchstpreisen an, auch im Internet. Aus einer Klinik in Marseille wurden rund 2000 OP-Masken gestohlen. Bisher hat Frankreich aus seinen strategischen Reserven zehn Millionen Masken freigegeben, um sie für Spitäler und Ärzte zur Verfügung zu stellen. Die französischen Gesamtreserven werden auf 160 Millionen Masken geschätzt.

Auch andere Länder haben mit dem wachsenden Mangel an Schutzausrüstung für das Gesundheitspersonal zu kämpfen. Nach Angaben von WHO-Chef Tedros gefährden "wachsende Nachfrage, Hamsterkäufe und Zweckentfremdung" von Masken und Schutzbrillen weltweit den Kampf gegen das Virus. Die WHO habe bereits 27 Länder mit Schutzausrüstung unterstützt, doch auch ihre Lager leerten sich zusehends, sagte Tedros.

Erreger in 75 Ländern nachgewiesen

Der Erreger der neuen Lungenkrankheit Covid-19 aus China hat sich inzwischen in mehr als 75 Ländern ausgebreitet, darunter zuletzt in der Ukraine. In der Schweiz wurden bis am frühen Dienstagabend insgesamt 37 Fälle definitiv bestätigt. Auch in Liechtenstein wurde unterdessen eine Person positiv getestet.

Viele Länder reagieren mit zunehmend drastischen Massnahmen: In Südkorea, wo inzwischen mehr als 5100 Menschen infiziert wurden und 28 starben, erklärte Präsident Moon Jae In dem Virus am Dienstag "den Krieg". Er forderte die Regierungsbehörden auf, künftig rund um die Uhr arbeiten. Die EU aktivierte ihren Krisenmodus IPCR, um schneller Entscheidungen treffen zu können.

Erneut breitete sich das Virus weltweit deutlich rasanter aus als in seinem Ursprungsland China. Dort meldeten die Behörden am Dienstag 125 Neuinfektionen und 31 weitere Todesopfer - ausserhalb Chinas waren es knapp 2500 Neuinfektionen sowie 46 weitere Tote. Einige Chinesen stecken sich inzwischen auf Auslandsreisen an.

Am schwersten von dem Virus betroffen sind neben Südkorea der Iran, wo sich der Leiter der nationalen Rettungsdienste angesteckt hat, Japan sowie Italien. Dort starben seit Montag 27 weitere Menschen. Die Zahl der Toten in Italien stieg damit auf 79 und der Infizierten auf über 2500. In Spanien gab es das erste Coronavirus-Todesopfer.

Wie am Dienstagabend bekannt wurde, starb ein 69-jähriger Mann bereits am 13. Februar in Valencia im Osten des Landes an einer Lungenentzündung unbekannter Herkunft. Jetzt sei bestätigt, dass der Patient mit dem Covid-19-Erreger infiziert war. Er soll sich vorher in Nepal aufgehalten haben, einem Nachbarland von China. Besonders viele neue Infektionen gab es zuletzt in der Region von Madrid.

Grossveranstaltungen abgesagt

Immer mehr Grossveranstaltungen werden wegen der Epidemie abgesagt. So sagten der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank ihre jährliche Frühjahrstagung in den USA ab. In Deutschland traf es die Leipziger Buchmesse, die eigentlich vom 12. bis 15. März stattfinden sollte. Die Kunstmesse Art Dubai, eine der weltweit wichtigsten Veranstaltungen für Künstler, Sammler und Galeristen, wurde verschoben.

Als Reaktion auf die Coronavirus-Krise senkte die US-Notenbank den Leitzins überraschend um 0,5 Prozentpunkte Die Federal Reserve (Fed) begründete den Schritt am Dienstag mit den Risiken durch die Ausbreitung der neuartigen Lungenkrankheit.

Angesichts von inzwischen mehr als 3100 Toten und über 92'700 Infizierten weltweit, davon über 80'000 in China, warnte WHO-Chef Tedros davor, das Virus zu unterschätzen. Mit einer Sterblichkeitsrate von 3,4 Prozent sei es tödlicher als jede normale Grippe, zudem sei so gut wie niemand derzeit dagegen immun.

Allerdings sei das Coronavirus weniger ansteckend als Grippeerreger, deshalb sei eine "Eindämmung möglich", sagte Tedros. Zudem habe es sich in China gezeigt, dass "nur ein Prozent der bestätigten Infektionsfälle keinerlei Symptome hatten.

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