Geldpolitik
Der Anfang vom Ende der Negativzinsen: Endlich Normalität

Die Schweizerische Nationalbank erhöht ihren Leitzins um einen halben Prozentpunkt von −0,75 Prozent auf −0,25 Prozent. Das ist gut so.

Florence Vuichard
Florence Vuichard
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Prost auf die neue Normalität: Nationalbankchef Thomas Jordan erhöht den Leitzins.

Prost auf die neue Normalität: Nationalbankchef Thomas Jordan erhöht den Leitzins.

Anthony Anex / KEYSTONE

Das Ende der Negativzinsen naht. Die Nationalbank hat am Donnerstag einen überraschend grossen Schritt in Richtung Normalität gewagt. Und das ist gut so.

Mit der Einführung des Negativzinsregimes vor rund siebeneinhalb Jahren hat die Nationalbank letztlich das gemacht, was sie machen musste, nachdem sie den Mindestkurs zum Euro aufgegeben hatte. Hätte sie damals auf das Mittel der Negativzinsen verzichtet, wäre der Franken noch stärker geworden. Und das hätte wiederum kaum abschätzbare Folgeschäden für die gesamte Schweizer Volkswirtschaft gehabt. So blieb der Werkplatz am Leben, viele Jobs wurden gerettet.

Das etwas experimentelle Mittel hat also gewirkt, aber es hatte eben auch viele unerwünschte Nebenwirkungen, die mit den Jahren immer deutlicher zum Vorschein kamen. Denn Geld war plötzlich nichts mehr wert, die Preisschilder widerspiegelten die Realität nur noch beschränkt, was wiederum zu Fehlallokationen führte.

Oder anders gesagt: Das Sparbuch wurde zum Verlustgeschäft, Schulden entpuppten sich als Einnahmequellen. Und die Kurse der faktisch alternativlosen Aktien stiegen in schwindelerregende Höhen – ebenso wie die Preise für Immobilien, die neue Rekordstände erreichten. Nicht einmal der Coronaschock konnte die Aktien- und Immobilienhypes nachhaltig bremsen.

Nun steuert die Nationalbank die Volkswirtschaft zurück in normalere Bahnen. Es wird rumpeln, aber letztlich führt kein Weg daran vorbei.

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