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Die WoZ erhöht den Einheitslohn - sonst stagnieren die Löhne für Medienschaffende seit Jahren

Die Löhne der Medienschaffenden stagnieren seit Jahren. Dies wird zum Problem ‒ vor allem mit Blick auf den Nachwuchs.

Christian Mensch
Christian Mensch
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Die WoZ erhöht den Einheitslohn. Ein Spruch unter Medienschaffenden besagt, «Hund beisst Mann» ist keine Meldung, «Mann beisst Hund» jedoch schon. Und so ist eine Meldung: Die «Wochenzeitung» (WoZ) erhöht den Einheitslohn.

Gleich um 600 auf 6000 Franken monatlich für eine Vollstelle sei der Lohn gestiegen, twittert stolz ein Redaktor. Es zeigt, der Zeitung geht es wirtschaftlich gut. Es geht allerdings allen Medienunternehmen überraschend gut – ohne dass sich dies in signifikanten Lohnerhöhungen niedergeschlagen hätte.

Eine Studie der Gewerkschaftsbundes aus dem Jahr 2020 zeigt, dass die Löhne in der Branche über 14 Jahre praktisch unverändert geblieben sind. Was erklärbar scheint: Die Branche befindet sich in einer anhaltenden Struktur- und Sinnkrise, die Erlöse brechen weg, zusätzliche Subventionen sollten gar den Dammbruch verhindern. Der Abstieg ins Prekariat schien wahrscheinlicher als die Aussicht auf eine Lohnrunde.

Mit anziehender Inflation wird sich der Druck wohl erhöhen, dass die WoZ an der Lohnfront nicht den Alleingang geht – was dann wiederum keine Meldung mehr wert wäre. Für die Leserschaft ist an sich auch reichlich unbedeutend, wie gut oder schlecht Medienschaffende entlöhnt werden. Wäre da nicht das Thema des Fachkräftemangels, von dem auch Redaktionen zunehmend betroffen sind. Und wenn mangels attraktiver Entlöhnung ein qualifizierter journalistischer Nachwuchs ausbleibt, wird dies auch für die Leserschaft zum Problem.