Niederwil
Ammann und Vize treten in aller Freundschaft zurück

Am Dienstag gaben in Niederwil die beiden höchsten Gemeinderäte ihren Rücktritt auf Ende der Amtsperiode bekannt. Dass gleich beide Ende 2021 aufhören wollen, habe aber überhaupt nichts mit Streit zu tun. Im Gegenteil, es laufe sehr gut, sagt Ammann Walter Koch.

Andrea Weibel
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Der Niederwiler Gemeindeammann Walter Koch tritt nach 20 Jahren im Gemeinderat im Herbst nicht mehr zur Wahl an.

Der Niederwiler Gemeindeammann Walter Koch tritt nach 20 Jahren im Gemeinderat im Herbst nicht mehr zur Wahl an.

Sandra Ardizzone / Archiv

Die Gemeinde Niederwil teilte am Dienstag mit, dass sowohl Ammann Walter Koch als auch Vizeammann Peter Gauch Ende September nicht mehr für eine Wiederwahl kandidieren werden. Koch war 20 Jahre lang im Gemeinderat, davon zwölf als Ammann. Gauch war zwölf Jahre im Rat, davon acht als Vizeammann. Wieso hören sie gleichzeitig auf? Gab es etwa Streit im Gremium?

Walter Koch gibt lachend Auskunft: «Überhaupt nicht. All die Jahre über hatte ich das Glück, mit sehr guten Ratskolleginnen und -kollegen zusammenarbeiten zu dürfen. Aber ich habe vor vier Jahren schon gesagt, dass das meine letzte Amtszeit sein werde.» Und er fügt hinzu:

«Ich werde immerhin 63 Jahre alt, es ist Zeit, jemand Jüngerem Platz zu machen.»

Über Peter Gauch sagt er: «Er wollte eigentlich nur zwei Amtsperioden bleiben, nun hat er auch schon drei gemacht und möchte zurücktreten.» Mit den verbleibenden drei Niederwiler Gemeinderäten Cornelia Stutz, Daniel Pietsch und Norbert Ender hätten sie sich geeinigt.

2014 stiessen Ammann Walter Koch (links) und der neu gewählte Vizeammann Peter Gauch miteinander an.

2014 stiessen Ammann Walter Koch (links) und der neu gewählte Vizeammann Peter Gauch miteinander an.

Dominique Bitschnau / Archiv

Als Gemeindeammann kandidiert Norbert Ender. Cornelia Stutz stellt sich zur Wahl als Frau Vizeammann. «Diese drei haben sich in den vergangenen Jahren gut eingearbeitet. So ist die Kontinuität gewährleistet.»

Als Gemeinderat brauche es Zeit, Elan aber auch Geduld

Eine Kandidatur würde Walter Koch jedem empfehlen. «Man lernt enorm viel über sein Dorf, über die verschiedenen Gebiete vom Bauwesen übers Soziale bis zur Rechtslage. Was man aber ebenfalls lernt, ist Geduld», fügt er gut gelaunt hinzu. «Als ich frisch in den Gemeinderat kam, war ich auch noch sehr euphorisch bei gewissen Themen. Aber es geht manchmal einfach nicht so schnell, wie man das gerne hätte.»

Das beste Beispiel sei das Thema Starkstromleitung. «Das Dossier habe ich bei meinem Amtsantritt übernommen. Und jetzt, 20 Jahre später, sind die Leitungen immer noch nicht unter Boden. So ist es eben manchmal. Darum wünsche ich meinen Nachfolgern viel Erfolg, viel Freude und auch viel Geduld.» Lachend fügt er an: «An die Einweihungen der Projekte, die ich mit vorangebracht habe, komme ich dann gerne privat.»