Abstimmung
Grünes Licht für Ränggloch-Ausbau: Luzerner Stimmvolk sagt klar Ja – so stimmte Ihre Gemeinde

Die Bevölkerung bewilligt den Ausbau der Strasse durch das Ränggloch zwischen Kriens, Littau und Malters mit 81,7 Prozent Ja-Anteil. Und es gibt eine weitere gute Nachricht.

Stefan Dähler Jetzt kommentieren
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Die Rengglochstrasse kann für 53 Millionen Franken ausgebaut werden. Die Stimmbevölkerung des Kantons Luzern hat den Kredit am Sonntag mit einem Ja-Anteil von 81,7 Prozent deutlich gutgeheissen. 115'954 Personen stimmten dafür, 25'904 dagegen. Die Stimmbeteiligung betrug 53 Prozent. In keiner einzigen Gemeinde wurde das Projekt abgelehnt.

Vorgesehen ist, dass die heute enge Strasse zwischen Kriens, Littau und Malters verbreitert und besser vor Naturgefahren geschützt wird. Weiter ist ein neuer Velo- und Fussweg geplant, ein solcher fehlt heute über weite Strecken. Kernstücke des Projekts sind der Bau einer 160-Meter-Brücke zwischen Rängglochkurve und Knoten Hörüti. Zudem wird Letzterer in einen Kreisel umgewandelt, weil die heutige Verkehrsführung für Auswärtige verwirrend sein kann. Für die Hauptarbeiten muss die Strasse komplett gesperrt werden.

So könnte die neue Brücke dereinst aussehen.

So könnte die neue Brücke dereinst aussehen.

Visualisierung: Swiss Interactive AG

«Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Das Stimmvolk anerkennt, dass solche Infrastrukturprojekte wichtig sind, um die Mobilität zu gewährleisten», sagt Baudirektor Fabian Peter (FDP).

Regierungsrat Fabian Peter.

Regierungsrat Fabian Peter.

Eveline Beerkircher
«Was mich besonders freut, ist, dass überhaupt kein Stadt-Land-Graben zu sehen ist. Der ganze Kanton steht hinter dem Projekt.»

Die Zustimmung in der Stadt Luzern ist mit 81,3 Prozent höher als in einigen Landgemeinden. «Das, obwohl die Stadt die Auswirkungen der Strassensperrung während der Bauarbeiten zu spüren kriegen wird.» Als Nächstes sind nun vertiefte Planungsarbeiten und die Ausschreibungen der Bauarbeiten geplant. «In diesem Rahmen wollen wir auch prüfen, ob die Sperrung der Strasse dank guter Organisation allenfalls verkürzt werden kann», sagt Peter. Derzeit geht der Kanton von 18 Monaten aus.

Kanton will Krienser Anliegen aufnehmen

Die Vorlage war im Vorfeld kaum umstritten. Sämtliche Parteien gaben die Ja-Parole aus. Am ehesten kritisch äusserte sich die Stadt Kriens. Dort ist das Resultat nun mit 79,9 Prozent Zustimmung auch etwas knapper ausgefallen als im kantonalen Schnitt, wobei sie in einigen Gemeinden noch etwas tiefer war.

«Das ist allenfalls Ausdruck einiger noch ungeklärter Fragen», sagt der Krienser Bauvorsteher Maurus Frey (Grüne). Der Stadtrat befürwortete das Projekt zwar ebenfalls, befürchtete aber Mehrverkehr nach dem Ausbau der Strasse. Daher forderte er, dass der Kanton Massnahmen definiert, sofern es dazu kommt, und ein Monitoring plant. Der Kanton dagegen betonte, dass er nicht mit einer grösseren Verkehrszunahme rechnet. «Inzwischen sind wir auf einem guten Weg, der Kanton ist bereit, unsere Anliegen mitzuberücksichtigen», sagt Frey. Fabian Peter bestätigt dies: «Wir sind in einem guten Austausch mit der Stadt Kriens und wollen diesen auch fortführen.»

Der Knoten Horüti wird zu einem Kreisel umgebaut.

Der Knoten Horüti wird zu einem Kreisel umgebaut.

Visualisierung: Swiss Interactive AG

Busspuren und Lichtsignalanlagen sollen Auswirkungen dämpfen

Der Baubeginn ist frühestens 2022 und die Vollsperrung in den Jahren 2023/2024 geplant. Der genaue Zeitpunkt steht noch nicht fest. Die Sperre sei aus Sicherheitsgründen nötig, weil für den Bau der Brücke Grossgeräte eingesetzt würden, die die ganze Strassenbreite benötigten, wie die Staatskanzlei mitteilt. Die Rengglochstrasse wird täglich von rund 9500 Fahrzeugen befahren, die Sperre werde insbesondere in der Stadt Luzern «grössere Verkehrsverlagerungen auslösen».

Darum sind vor allem im Gebiet Littau flankierende Massnahmen geplant wie provisorische Busspuren stadteinwärts und Lichtsignalanlagen mit Busbevorzugung in Richtung Seetalplatz. Damit soll erreicht werden, dass der ÖV nicht zusätzlich behindert wird. Der «nicht ortsbezogene» Verkehr soll prioritär über die Autobahn gelenkt werden, heisst es in der Mitteilung.
Während der Sperrung soll eine Begleitgruppe mit Vertretern des Kantons sowie den betroffenen Gemeinden Kriens, Luzern und Malters die Verkehrssituation beobachten und bei Bedarf Anpassungen erarbeiten. Nach der Fertigstellung der Strasse ist eine neue Buslinie durch das Ränggloch geplant.

So haben die einzelnen Gemeinden abgestimmt:

Die Resultate der eidgenössischen Abstimmung:

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