Stadt Luzern
Schönbühl-Center wird saniert – doch was ist mit den geplanten Alterswohnungen?

Die Haustechnik des Einkaufscenters wird nach 54 Jahren Betrieb auf Vordermann gebracht. Die 2016 gross angekündigten Ausbaupläne auf dem Parkplatz sind hingegen sistiert – aus mehreren Gründen.

Roman Hodel Jetzt kommentieren
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Gratis-Parkplätze. Diese sind für nicht wenige Kundinnen und Kunden mit ein Grund, warum sie für ihre Einkäufe gerne das Shoppingcenter Schönbühl in Luzern ansteuern. Mehrere hundert gibt's davon, gut die Hälfte auf dem Dach, der Rest auf dem Parkplatz nordöstlich des Centers. Mit Blick auf die Lage, nur hundert Meter vom See entfernt, fast schon ein Luxus, den Boden als Abstellfläche für Autos zu nutzen.

Das Dachparking des Shoppingcenters Schönbühl.

Das Dachparking des Shoppingcenters Schönbühl.

Dominik Wunderli (5. Oktober 2021)

Vor fünf Jahren, im Sommer 2016, präsentierte die Centerbesitzerin Swiss Prime Site (SPS) grosse Ausbaupläne. Diese hatte den Komplex erst kurz zuvor der Pensionskasse Publica abgekauft, um sich ein «potenzielles Entwicklungsareal an äusserst attraktiver städtischer Lage» zu sichern, wie es damals seitens SPS hiess. Auf einem Teil des Parkplatzes sollten zuerst rund 50 Alterswohnungen und rund 50 Pflegebetten im mittleren Preissegment entstehen, später ein Gesundheits- und Ärztezentrum.

Als Bezugstermin für die Alterswohnungen war 2020 angedacht

Als Betreiberin sah SPS die Tertianum AG vor. Das Unternehmen verfügt in Luzern bereits über die Residenz Bellerive – mit Alterswohnungen im gehobenen Preissegment – sowie das Wohn- und Pflegezentrum Sternmatt. Tertianum gehörte bis vor zwei Jahren zu SPS, wurde aber mittlerweile an die Beteiligungsgesellschaft Capvis verkauft. Für den Baubeginn schwebte der SPS damals das Jahr 2018 vor, als Bezugstermin 2020. Doch bis heute sind keine Baumaschinen aufgefahren.

Das wird vorerst auch so bleiben. Ausbaupläne für das Center-Areal gibt es derzeit keine mehr, wie SPS-Mediensprecher Markus Waeber auf Anfrage sagt:

«Nachfrage und Angebot sind letztlich entscheidend und Tertianum ist in Luzern bereits an zwei Standorten präsent.»

Zudem entwickle SPS aktuell für Tertianum an vier anderen Orten grosse Projekte – etwa in Richterswil ZH. Man muss dazu wissen: Trotz Verkauf des Unternehmens an Capvis hat SPS die ihr gehörenden Liegenschaften, in denen Tertianum Wohnformen für ältere Menschen anbietet, im Portfolio behalten.

Ladenstrasse kriegt ein «kleines Facelifting» verpasst

Gleichwohl liegt momentan ein Baugesuch für das «Schönbühl» bei der Stadt Luzern öffentlich auf. Es betrifft allerdings das Center selber. Demnach wird ein Grossteil der Haustechnik im Bereich Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Elektro saniert, damit das 54-jährige Gebäude wieder fit ist für weitere 15 Betriebsjahre. Vorgesehen ist dabei unter anderem ein Ersatz des Kälteanlage-Rückkühlers. In Zuge dessen erhält die Ladenstrasse «ein kleines Facelifting», wie Markus Waeber sagt. Farben und Gestaltung seien noch nicht endgültig definiert. An der Gebäudehülle sind keine Bauarbeiten geplant. Die Sanierung werde voraussichtlich 2022 starten und rund zwei Jahre dauern. Warum so lange? Waeber sagt:

«Das Center bleibt währenddessen normal geöffnet, die Kundschaft wird von den Arbeiten wenig mitbekommen.»

Abgesehen vom Um- und Ausbau der Migros 2018 liegt die letzte grosse Renovation des Shoppingcenters inzwischen 15 Jahre zurück. Damals erhielt die Ladenstrasse ihr heutiges Aussehen mit den gelb-orangen Böden, dem vergrösserten Innenhof und dem auskragenden Dach über dem Haupteingang. Zu jenem Zeitpunkt gehörte das «Schönbühl» noch Ruedi von Schumacher. Dessen Vater hatte das erste Shoppingcenter der Schweiz Mitte der 1960er-Jahre realisiert. Ruedi von Schumacher verkaufte es 2009 an die Publica. Dies weil seine Nachkommen an einer Weiterführung nicht interessiert waren, wie er sagte.

Klimaanlage beeindruckte Luzerner Journalisten bei der Eröffnung 1967

Entworfen wurde das «Schönbühl» vom bekannten Schweizer Architekt und Hochschullehrer Alfred Roth, das Hochhaus nebenan nach Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto; beides national respektive international bekannte Vertreter der Moderne. Beeindruckt zeigten sich die Luzerner Journalisten bei der Eröffnung 1967 in ihren Berichten von den beheizten Auf- und Abfahrrampen zu den Parkplätzen und von der Klimaanlage, die im Center für eine Temperatur von 20 bis 26 Grad sorgt.

Die Verkaufsfläche misst seit einem Ausbau des Untergeschosses in den 1990er-Jahren, wo sich früher eine Tiefgarage befand, knapp 6700 Quadratmeter. Als Grossverteiler sind neben Aldi und Denner auch immer noch die Erstmieter Migros und Coop präsent. Wobei Letztere von 1985 bis 2007 vom «Schönbühl» abstinent war, gezwungenermassen. Die Centerleitung hatte den Mietvertrag damals nicht verlängert.

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