Cyberkriminalität
Luzerner Polizei durchsucht Wohnung eines Hackers – weil in den USA eine Strafuntersuchung gegen ihn läuft

Am Freitag beschlagnahmte die Polizei elektronische Geräte in der Wohnung eines Luzerners. Gegen ihn läuft in den USA eine Strafuntersuchung für Hacks im vergangenen Jahr.

Drucken
Teilen

(sok) Es ist eine Geschichte wie aus einem Film. Anfang März zapfen Hacker die Überwachungskameras des US-Startups Verkada an und gewinnen so zwei Tage lang ungehinderten Zugriff auf tausende Kameras. Spioniert wurde mitunter in amerikanischen Schulen, Spitälern, Gefängnissen und den Räumlichkeiten des Elektroautoherstellers Tesla. Hinter der Aktion steht ein Hacker, welcher Teil des Kollektivs «APT-69420 Arson Cats» ist und sich laut Bloomberg bereits bei Nissan und dem Halbleiterhersteller Intel eingehackt hatte.

Gegenüber Bloomberg erklärt der Hacker, seine Gründe für den Hack seien Informationsfreiheit und geistiges Eigentum, Neugier, ziemlich viel Antikapitalismus und ein bisschen Anarchismus gewesen, aber auch, dass es schlicht «viel zu sehr Spass mache, um davon die Finger zu lassen». Und: Die US-Regierung werde nie etwas aus anderen Gründen als Geld und Macht tun.

Durchsuchung nicht im Zusammenhang mit jüngstem Hack

Am Freitag wurde von der Luzerner Polizei nun die Wohnung des Hackers in der Stadt Luzern durchsucht. Mehrere elektronische Geräte wurden dabei beschlagnahmt. Gegenüber Bloomberg sagt der Hacker, dass auch die Wohnung seiner Eltern durchsucht worden sei. Die Durchsuchung sei Teil einer US-Strafuntersuchung gegen den Luzerner und aufgrund eines Hacks im vergangenen Jahr erfolgt und nicht wegen dem jüngsten gegen Verkada, schreiben die Journalisten von Bloomberg, welche Einsicht in den Durchsuchungsbefehl hatten. Gegen den Luzerner soll wegen unbefugtem Zugriff auf geschützte Computer, Identitätsdiebstahl und Betrug ermittelt werden. Die Schweizer Behörden äusserten sich bisher nicht zum Fall.

Aktuelle Nachrichten