Kriminalgericht Luzern
Verhandlung wegen Mord mit einem Hammer unterbrochen – Gericht gibt neues Gutachten in Auftrag

Ein Bewohner der Pension Zihlmatt in Luzern hat einen Mitbewohner mit einem Hammer derart traktiert, dass dieser an den Folgen gestorben ist. Der Strafantrag der Staatsanwaltschaft lautet 20 Jahre für Mord.

Roger Rüegger
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Mit einem Hammer hat ein heute 23-jähriger Luzerner einem Mitbewohner viermal auf den Kopf geschlagen. Der Vorfall ereignete sich 8. Oktober 2018 in der Pension Zihlmatt in Luzern, die Menschen in Notsituationen ein Dach über dem Kopf anbietet. Zwei Monate später ist der 64-Jährige an den Folgen des Angriffs gestorben. Am Mittwoch musste sich der Beschuldigte vor dem Luzerner Kriminalgericht verantworten.

Die Luzerner Staatsanwaltschaft beantragt in der Anklageschrift für Mord eine Freiheitsstrafe von 20 Jahren sowie eine Massnahme für junge Erwachsene in Kombination mit einer stationären Massnahme. Bei der Verhandlung sagte der Beschuldigte, dass ihm Stimmen befohlen hatten, jemanden zu töten. Dass es den 64-jährigen Mitbewohner getroffen habe, sei nicht geplant gewesen. «Ich hatte keine Pläne, wir hatten nichts miteinander zu tun», führte er aus.

Der Beschuldigte wurde im vorzeitigen Massnahmenvollzug immer wieder verlegt. So unter anderem wegen akuter Eigen- und Fremdgefährdung in die psychiatrische Klinik Königsfelden, wo es mehrmals zu tätlichen Übergriffen auf das Personal kam. Aufgrund seines schwer einschätzbaren Gefährdungspotentials wurde er danach in die Sicherheitsabteilung der Justizvollzugsanstalt Lenzburg verlegt.

Es wurden beim Beschuldigten mehrere Gutachten erstellt. Demnach lag bei ihm zum Zeitpunkt der Tat eine ausgeprägte dissoziale Persönlichkeitsstörungen vor, was dem Ausprägungsgrad einer schweren psychischen Störung entspricht, wie es in der Anklageschrift heisst.

Bei der Verhandlung wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Es galt dabei, die Schuldfähigkeit des jungen Mannes zum Tatzeitpunkt zu beurteilen. Ein abschliessendes Ergebnis konnte anhand der Aussagen des Experten nicht erzielt werden. Nach dessen Befragung stellte der Verteidiger den Antrag auf ein neues Gutachten. Das Gericht gab nach einem halbstündigen Unterbruch dem Antrag statt. Er wird ein neues Gutachten in Auftrag gegeben.

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