Lebensmittelsicherheit
10 Prozent der Luzerner Lebensmittel genügten den Hygienestandards nicht

Die Luzerner Lebensmittelbetriebe haben sich 2020 mehrheitlich an die Sicherheits-, Hygiene- und Deklarationsvorgaben gehalten. Vereinzelt mussten jedoch Produkte vom Markt genommen werden.

Chiara Z'Graggen
Drucken
Teilen

Für das Jahr 2020 hat die Luzerner Dienststelle Lebensmittelkontrolle und Verbraucherschutz knapp 90 Prozent der Kontrollen grünes Licht gegeben. Die Stelle hat 7000 Proben aus den Bereichen Lebensmittel oder Trinkwasser untersucht. 10,6 Prozent mussten jedoch beanstandet werden (2019 waren es 11,4 Prozent). Gemäss einer Medienmitteilung der Stelle hatten die meisten Beanstandungen mikrobiologische Mängel im Bereich der Hygiene als Ursache. Kantonschemiker Silvio Arpagaus sagt:

«Diese Mängel sind vielfach auf eine unsachgemässe Handhabung wie die Lagerung bei zu hohen Temperaturen, ungenügende Warentrennung oder Überschreiten der Verbrauchsfristen zurückzuführen.»

In Einzelfällen mussten Produkte zum Schutz der Gesundheit vom Markt genommen werden.

Über die Lebensmittelproben hinaus haben die Kontrolleure rund 1200 Inspektionen durchgeführt, und zwar in Detailhandels-, Industrie -, Gewerbe-, und Verpflegungsbetrieben wie Restaurants oder Takeaways. «Da es sich bei Corona um eine leicht übertragbare Krankheit handelt, kommt der strikten Beachtung der Hygieneregeln eine besondere Tragweite zu. Bei den Inspektionen lag daher ein Schwerpunkt auf diesen präventiven Massnahmen», so Arpagaus. Bei über 94 Prozent der Inspektionen wurden gute bis sehr gute Verhältnisse festgestellt. Bei
47 Betrieben (5,7 Prozent) wurden gröbere Mängel vorgefunden (2019: 6,4 Prozent). Gemäss Kantonschemiker Silvio Arpagaus hat dies Konsequenzen: «Diese Betriebe werden verpflichtet, die Mängel zu beheben und werden zudem häufiger kontrolliert als Betriebe mit gutem Ergebnis.»

Zum ersten Mal wurden auch Tattoostudios überprüft

Seit Mitte letztes Jahr führt die Dienststelle auch Inspektionen bei Tattoo- und Permanent-Make-up-Studios durch. Im letzten Jahr waren es deren 30. Gemäss Kantonschemiker Arpagaus haben die Studios die Hygienemassnahmen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten grundsätzlich gut umgesetzt. Dennoch gibt es Handlungsbedarf, und zwar bei den eingesetzten Farben.

Diese dürfen gewisse Stoffe nicht oder nur unter einem bestimmten Höchstwert enthalten. Dabei handelt es sich beispielsweise um Farbpigmente, welche im Verdacht stehen krebserregend zu sein oder um Konservierungsstoffe, welche zu Allergien führen können. Bei sechs Studios konnte nicht belegt werden, dass die eingesetzten Farben diese Anforderungen erfüllen. Bei vier Studios wurden zudem Farben verwendet, welche nicht zum Tätowieren geeignet waren oder verbotene Konservierungsstoffe enthielten. Für diese Farben wurde ein Verwendungsverbot verfügt. (zgc)

Aktuelle Nachrichten