Leserbrief zum Kreisel Kreuzstrasse in Stans
Verkehrsverhinderer? Eigentlich ist das Gegenteil der Fall

Der Verein Pro Velo Unterwalden wehrt sich gegen Vorwürfe, die gegen ihn in diversen Leserbriefen zum Kreisel Kreuzstrasse in Stans erhoben wurden.

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Wegen der Änderung der Verkehrsführung beim Kreisel Kreuzstrasse ist bei einigen Personen emotional ein Ausnahmezustand eingetreten. Es ist normal, dass dann Schuldige für das vermeintliche Debakel gesucht werden. In wütenden Leserbriefen wird Pro Velo Unterwalden und dem VCS neben den Projektleitern der schwarze Peter zugeschoben.

Die Leserbriefschreiber überschätzen jedoch die Einflussmöglichkeiten der beiden Verbände bei solchen Projekten bei weitem. So können wir in der Vernehmlassungsphase etwa über die Signalisierung und die Linienführung für den Langsamverkehr unsere Meinung kundtun. Mit der Planung und der Umsetzung der Massnahmen haben wir aber herzlich wenig zu tun. Auch wir können nur über das Einspracheverfahren hoffen, mehr Gehör für unsere Anliegen zu finden. Dieses Mittel steht übrigens jeder Person zu, die sich durch geplante Verkehrsmassnahmen in ihren Rechten beschnitten fühlt.

Auch wird unseren Verbänden vorgeworfen, Verkehrsverhinderer zu sein. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall. Wir versuchen, möglichst gute Bedingungen für Fussgänger, Fahrradfahrer und den ÖV zu schaffen. Damit steigt erwiesenermassen das Sicherheitsempfinden auf den Strassen. Personen steigen vom Auto auf diese Verkehrsarten um und es gibt weniger Autos auf den Strassen, was letztlich zu einem flüssigeren Verkehr führt.

Gegen Ohnmachtsgefühle und die Wut im Bauch hilft nur ein Mittel: Mitreden. Pro Velo und der VCS sind offen für Leute, die sich politisch engagieren wollen. Ich rufe deshalb alle Leserbriefverfasser auf, sich bei uns zu melden. Sie dürfen gerne eine Planungsgruppe gründen und dann versuchen, auf die Verkehrspolitik in den Kantonen Nid- und Obwalden Einfluss zu nehmen. Ich warne jedoch jetzt schon alle Personen, welche sich nun bei uns als Mitglieder einschreiben wollen. Es geht nicht ohne viel Arbeit, Konsensfähigkeit und manchmal auch frustrierende Resultate.

Hier auch noch ein Tipp an alle Schreiber, die etwas gegen Verkehrs(fluss)verhinderer tun wollen. Lassen Sie Ihr Auto in der Garage stehen und gehen Sie zu Fuss oder fahren Sie mit dem Velo oder mit dem ÖV. Schon ist ein Auto und damit ein Verkehrsverhinderer weniger auf der Strasse. Die anderen Leute, die das Auto trotz diesem Tipp weiterhin benützen, werden es Ihnen leider nicht danken. Sie aber haben dafür das gute Gefühl, etwas zur Behebung der Verkehrsprobleme im Kanton, etwas gegen den Klimawandel und für Ihre Gesundheit getan zu haben.

Thomas Beck, Pro Velo Unterwalden

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