Skigebiete
Ständerat Hans Wicki ist sich sicher: «In Seilbahnen braucht es kein Zertifikat»

Schweizer Skigebiete fürchten das Zertifikat. Technisch sei eine Kontrolle an Drehkreuzen nicht umsetzbar. Doch nun atmen die Verantwortlichen auf. Eine Maskenpflicht würde reichen, so der Präsident von Seilbahnen Schweiz.

Anian Heierli
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Mit Infotafeln im Skigebiet Gemsstock in Andermatt werden Skifahrer auf die Verhaltensregeln aufmerksam gemacht.

Mit Infotafeln im Skigebiet Gemsstock in Andermatt werden Skifahrer auf die Verhaltensregeln aufmerksam gemacht.

Bild: Urs Hanhart (29. Oktober 2020)

Die Bergbahnbranche ist zuversichtlich. Gemäss Mitteilung des Verbands Seilbahnen Schweiz gibt es keine Änderungen bei den Schutzbestimmungen für Bergbahnen. Mit anderen Worten: Eine Zertifikatspflicht ist Stand jetzt nicht vorgesehen. Jedoch wollte das Bundesamt für Gesundheit diese Meldung bislang nicht bestätigen (wir berichteten). Nun beantwortet der Nidwaldner Ständerat Hans Wicki, Präsident Seilbahnen Schweiz, die wichtigsten Fragen zur Verbandsmeldung.

Hans Wicki.

Hans Wicki.

Bild: Urs Flüeler / Keystone

Die Skisaison startet sukzessive. Welche Schutzbestimmungen gelten?

Hans Wicki: In Gondel- und Pendelbahnen braucht es eine Maske oder einen Skischlauch aber kein Zertifikat. Das ist wie im letzten Winter. Bergbahnen sind Teil des öffentlichen Verkehrs. Grundsätzlich gelten dort überall dieselben Regeln. Keine Maskenpflicht gilt dagegen im Freien, etwa beim Anstehen am Skilift und auf Terrassen von Restaurants. Das Zertifikat muss nur in Innenräumen von Restaurants gezeigt werden. Dort gelten die Regeln der Gastronomie.

Sind diese Massnahmen für die ganze Wintersaison gültig?

Wenn uns die Pandemie etwas gelehrt hat, dann, dass wir nicht wissen, wie die Situation morgen ist. Je nach Verlauf der Pandemie kann es weniger oder weitere Massnahmen geben.

Wäre eine umfassende Zertifikatskontrolle in Skigebieten überhaupt möglich?

Das ist zurzeit schwierig umsetzbar. Die Covid-Zertifikatsinformation bringt man zurzeit nicht auf den Datenträger. Auch eine Personenkontrolle wäre schwierig. Bei Gästen in Skimontur würde das zu lange dauern.

Diese Lösung gilt für die ganze Schweiz?

Ja, das ist der grosse Vorteil gegenüber der vergangenen Saison. Wir sind froh, dass nun nicht jeder Kanton ein anderes Regime führt und gegenseitig nicht mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Das war auch ein Wunsch der Unternehmen. Sowohl Unternehmen wie auch Gäste brauchen Planungssicherheit.

Wie verliefen die Gespräche mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG)?

Die Gespräche waren konstruktiv. Angefangen haben diese Ende August, als der Bundesrat mittels Traktandum aufgefordert wurde, die Skigebiete zertifikatspflichtig zu machen. In der Diskussion wurde die ganze Spannbreite von einer Zertifikatspflicht bis hin zu keinen Massnahmen berücksichtigt. Die Gespräche verliefen zwischen Seilbahnen Schweiz, dem BAG und dem Generalsekretariat des Eidgenössischen Departements des Innern.

Wie steht es zurzeit um die wirtschaftliche Situation der Seilbahnbranche?

Diese wurde im vergangenen Jahr arg strapaziert. Einige mussten auf Rückstellungen zurückgreifen. Dieses Geld fehlt nun für Investitionen, die es braucht, um sich mit Destinationen in Nachbarländern wie Österreich, Italien und Frankreich messen zu können. Bei einigen Bahnen wird es noch eine gewisse staatliche Unterstützung brauchen. Doch es ist klar, langfristig müssen sich die Bahnen selber finanzieren.

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