Schwyz
Fasnacht trotz Corona: Hunderte ziehen durch Einsiedeln – tausende Zuschauer stehen am Strassenrand

In Einsiedeln sind die Teufel los: Tausende Zuschauer haben am Montag den traditionellen Süühudiumzug verfolgt. Die Polizei liess den wilden Umzug gewähren.

Kari Kälin und René Meier
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Der traditionelle Sühudiumzug in Einsiedeln.

Video: Silja Hänggi /Benno Kälin

Die erste Grossveranstaltung seit Monaten fand in Einsiedeln statt. Wie immer völlig unorganisiert und ungezügelt machten sich am Güdelmontagmorgen die wilden «Süühudi» auf zum Gang durchs Dorf. Hunderte Fasnächtler zogen durch die Hauptstrasse von Einsiedeln. Tausende Zuschauer wohnten dem traditionellen Umzug bei, kaum weniger Personen als in normalen Jahren. Der Süühudiumzug ist ein lokaler Brauch, für den keine Organisatoren verantwortlich sind. Er findet einfach statt.

Das bestätigt auch David Mynall, Sprecher der Kantonspolizei Schwyz, auf Anfrage: «Der Süühudiumzug ist keine Veranstaltung». Deshalb fand der Umzug wie immer auch am heutigen Montag statt, Corona hin oder her.

Die Polizei liess den wilden Umzug gewähren. Die Polizei markierte Präsenz und ermahnte die Fasnächtler, den Abstand und die Maskenpflicht einzuhalten. Zudem achtete die Polizei darauf, dass es nicht zu grösseren Gruppierungen und Menschenansammlungen kommt. Die Polizei schätzte die Anzahl Fasnächtler auf «über 1000». Viele Fasnächtler trugen keine Masken und hielten den Sicherheitsabstand nicht ein.

Hunderte Fasnächtler ziehen durch Einsiedeln.
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Tausende Zuschauer verfolgen den Umzug am Strassenrand
Auch auf dem Hauptplatz in Schwyz fanden sich am Montagmorgen Fasnächtler ein.

Hunderte Fasnächtler ziehen durch Einsiedeln.

Bild: Benno Kälin

Am Umzug war das Coronavirus das dominante Sujet. Viele Impfwagen waren unterwegs. Der Bundesrat wurde aufs Korn genommen mit Sprüchen wie: «Der Lockdown ist wie die Ovomaltine: Er geht länger, wird aber nicht besser.»

Ein Nummer zieht durch Einsiedeln

Leserreporter

Offiziell findet die Fasnacht auch in Einsiedeln nicht statt. Sämtliche Fasnachtsbälle und -umzüge wurden im Vorfeld abgesagt. Bezirksrat Patrick Notter sagte gegenüber dem Einsiedler Anzeiger: «Es gilt, den Spagat zwischen Tradition, Corona und Verantwortung irgendwie zu schaffen».

Die Webcam zeigt den Menschenauflauf vor dem Kloster Einsiedeln:

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