Elektromobilität
Die Auto AG Uri will grüner werden: Bald kommt ein Elektrobus, dann eine Studie

Ab dem kommenden Frühjahr fährt ein Elektrobus durch die Urner Strassen. Der Bus ist vorerst für ein Jahr gemietet. Eine Studie soll zudem zeigen, welche Art Bus auf welcher Strecke Sinn ergibt.

Chiara Z'Graggen
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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auto AG Uri sind jetzt mit dem «e-Up!» unterwegs, einem E-Auto der Marke Volkswagen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auto AG Uri sind jetzt mit dem «e-Up!» unterwegs, einem E-Auto der Marke Volkswagen.

Bild: PD

Die Mobilität wird immer grüner. So sind in der Schweiz 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast 50 Prozent mehr reine Elektrofahrzeuge eingelöst worden. Nun springt auch die Auto AG Uri (AAGU) auf diesen Zug auf. Wie das Unternehmen in einer Medienmitteilung schreibt, wird neu ein Elektroauto für sogenannte Ablösefahrten eingesetzt. So kann künftig ein Fahrdienstmitarbeiter für die Übergabe vom Busdepot mit dem Elektroauto etwa nach Altdorf oder Attinghausen fahren. Reto Marzer, CEO der AAGU, beteuert: «Ein elektrobetriebener Kleinwagen stellt aktuell das ideale Ablösefahrzeug dar. Auch kann die AAGU mit diesem Kleinwagen einen weiteren Beitrag zur Einsparung von CO2-Emissionen leisten.»

Darüber hinaus mietet die AAGU einen Elektrobus, welcher ab dem kommenden Frühjahr die Linie 404 zwischen Seedorf Schloss A Pro, Altdorf Bahnhof und Schattdorf Rossgiessen bedient. Doch weshalb wurde der Bus erst gemietet? Auf Anfrage sagt Reto Marzer: «Wir müssen zuerst herausfinden, ob und in welchem Rahmen sich elektrische Busse im Kanton Uri bewähren.» Über den Klausenpass werde ein Elektrobus vorerst kaum reichen.

Studie bringt Klarheit über Sinn und Unsinn

Um überhaupt abzuklären, ob nun für die Strecke zwischen Flüelen und Amsteg oder Attinghausen und Altdorf ein dieselbetriebenes Fahrzeug oder ein E-Bus ökologischer ist, hat die AAGU eine Wertschöpfungsstudie in Auftrag gegeben. Erst dann entscheidet sich die AAGU, welche Art beziehungsweise welche Antriebsarten für die Fahrzeuge künftig ökologisch und ökonomisch Sinn machen. Für weitere Überlegungen sind die Verantwortlichen auch mit anderen Verkehrsbetrieben im Austausch: «Die Verkehrsbetriebe Luzern arbeiten derzeit an einer ähnlichen internen Erhebung», führt Marzer aus. Die Studienergebnisse liegen wahrscheinlich im Sommer 2022 vor.

Auch wenn der E-Bus der AAGU vorerst nur gemietet wird, stellt sich die Frage, ob künftig die Billetts auf dem Urner Busnetz teurer werden. Marzer beteuert:

«Auf den kommenden Fahrplanwechsel wird es zu keinen Erhöhungen der Billettpreise kommen.»

Alle zwei Jahre muss das Transportunternehmen beim Bund und Kanton die sogenannte Offerte einreichen und die Zusage für allfällige Neuanschaffungen holen. Jene für die Jahre 2022/2023 ist noch nicht abschliessend verhandelt worden.

Auch Mitarbeiter profitieren von der neuen Strategie

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Auto AG Uri profitieren ebenfalls von der neuen Strategie ihres Arbeitgebers. So wurden vier Elektroladestationen für E-Autos und drei für E-Velos auf dem Areal der AAGU installiert. «Die Option, das eigene E-Fahrrad oder E-Auto während der Arbeitszeit aufladen zu können, soll Mitarbeitende motivieren und unterstreicht die Bedeutung, die wir als Unternehmung der Elektromobilität zusprechen», so Marzer. Vorerst ist das Angebot für die Angestellten kostenlos. Aber: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass die AAGU irgendwann eine Gebühr auf die Ladungen erheben muss, wenn die Nachfrage mittelfristig steigt.» Derzeit macht eine Handvoll Mitarbeiter Gebrauch vom Angebot.

Wichtig ist es den Verantwortlichen der Auto AG Uri, dass sie den Strom, welcher für die neue E-Mobilität benötigt wird, selber produzieren können. Aus diesem Grunde wird im Herbst auf dem Dach des Busdepots in Schattdorf eine Fotovoltaikanlage installiert.

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